Mediation

ZUHÖREN - WEGE FINDEN - KONFLIKTE LÖSEN

MEDIATION - WOZU?

Konflikte gehören zum Leben. Das ist grundsätzlich für die meisten Menschen kein Problem. Problematisch wird es erst dort, wo sich eine Seite unfair behandelt fühlt, vielleicht auch hilflos oder ausgegrenzt. Dann kann sich der Konflikt schnell hochschaukeln und Angriffe werden nun mit Gegenangriffen beantwortet. Je fester dabei die Positionen der Beteiligten werden, desto schwerer und entfernter scheint der Ausweg aus der misslichen Lage. Wenn Konflikte also nicht vermeidbar sind, wäre es dann nicht eine Chance, wenn man sie möglichst beziehungsschonend oder gar konstruktiv nutzen könnte?

Genau hier setzt die Mediation an. Ziel einer Mediation ist es, faire und interessengerechte Lösungen zu erarbeiten, die von allen Beteiligten getragen werden und in der Zukunft auch Bestand haben. Mediation ist dabei ein strukturiertes Verfahren, welches den Fokus auf die kreative Konfliktlösung nicht aus den Augen verliert. Der Mediator, als neutraler Dritter, führt durch das Konfliktlösungsverfahren und ermöglicht es den Parteien, einen eigenverantwortlichen und interessengerechten Ausweg zu finden. Die Stärken der Mediation liegen besonders in der Erhaltung und Verbesserung von langjährigen Beziehungen oder geschäftlichen Kontakten. Festgefahrene Beziehungsstrukturen erhalten durch die Konzentration auf gemeinsame Interessen eine neue Perspektive.

Schließlich fördert Mediation die Fähigkeit, Konflikte eigenständig zu lösen, und führt zu einer friedlicheren und produktiveren Form des Umgangs mit diesen. Dies ist insbesondere auch bei Konflikten innerhalb der Familie eine wichtige Kompetenz, die helfen kann, zukünftig neu auftretende Probleme möglichst gut und friedlich zu klären. 

Ziel einer Mediation ist es, dass der "ganze Mensch" mit all seinen Interessen und Bedürfnissen Berücksichtigung findet. 

Die Mediation als außergerichtliches Verfahren wird im Regelfall mit einer rechtsverbindlichen Vereinbarung abgeschlossen.

Vorteile der Mediation für Sie:

  • eine schnellere und kostengünstigere Lösung verglichen mit einem gerichtlichen Klageverfahren,
  • langjährige Kontakte werden nicht zerstört,
  • Stärkung bzw. Wiederherstellung des Familienfriedens,
  • eine weitere Eskalation wird vermieden,
  • es gilt absolute Vertraulichkeit,
  • jede Partei kann ihre Sichtweise der Problematik darstellen,
  • eigenverantwortliche, konstruktive Lösung des Konfliktes durch die Parteien und nicht durch Entscheidung eines Dritten (z.B. eines Richters),
  • die Lösungssuche ist offen, denn eine Mediation bietet typischerweise Raum für individuelle und kreative Lösungen,
  • tragfähige, nachhaltige eigene Lösungen, die für alle Beteiligten befriedigend sind; Ziel einer Mediation sind also echte Win-Win-Lösungen.

Ablauf einer Mediation:

Die Rahmenbedingungen der Mediation sind durch den Gesetzgeber 2012 im Mediationsgesetz geregelt worden. So durchläuft das Verfahren mehrere Phasen, durch welche der Mediator die Medianden führt.

1. Vorbereitungsphase

  • Einschaltung des Mediators durch die Konfliktparteien
  • Gemeinsame Erörterung über die Möglichkeit einer Mediation im betreffenden Konflikt
  • Entwicklung einer gemeinsamen Verfahrensordnung für alle Beteiligten

2. Themensammlung

  • Offenlegung und Sammlung der zu klärenden Themen durch die Konfliktparteien

3. Interessensammlung

  • Erarbeitung der tatsächlichen Interessen
  • Darlegung der Parteien zu ihren Sichtweisen und Standpunkten betreffend die einzelnen Themen
  • Dabei sprechen sie mit Unterstützung des Mediators über ihre Wahrnehmungen und Gefühle, was zu einer Offenlegung ihrer eigenen Wünsche, Interessen und Bedürfnisse führt; zugleich werden aber auch die Wünsche, Interessen und Bedürfnisse der Gegenseite kommuniziert. Dieses wechselseitige Zuhören führt regelmäßig zu einem neuen Verständnis füreinander und zu einer neuen Beurteilung des Konflikts.

4. Lösungssuche

  • Aufbauend auf diesem neuen Verständnis folgt eine kreative Ideensuche und die Entwicklung von Lösungsoptionen durch die Konfliktparteien.

5. Entscheidungsphase

  • gemeinsame Bewertung der Lösungsoptionen
  • Auswahl derjenigen Lösung durch die Medianden, die alle Interessen angemessen berücksichtigt oder die die Medianden bevorzugen.
  • Abschluss der im Regelfall schriftlichen Mediationsvereinbarung
  • Klärung der Umsetzung

KurzZeitMediation:

Sie ist eine eigene Form der Mediation, die es den Parteien ermöglichen soll, in möglichst einer Mediationssitzung zu einer Vereinbarung zu gelangen. Der Mediator unterstützt diese Lösung durch präzises Zeitmanagement und eine konzentrierte Verfahrensführung. Ziel ist es dabei in erster Linie, eine funktionierende Lösung zu erarbeiten.

Mediationseinbeziehung von Kindern:

Insbesondere bei Konflikten innerhalb von Familien mit Kindern ist besonders den Bedürfnissen und Interessen der Kinder Rechnung zu tragen, indem diese transparent zu machen sind. In diesen Fällen wird versucht, eine Lösung für ein friedliches Miteinander und eine möglichst glückliche Zukunft aller Beteiligten zu finden. Soweit nach Alter und Situation sinnvoll, beziehe ich Kinder (in einem geschützten Rahmen) und in Absprache mit den Eltern gerne in die Mediation mit ein.